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Ratgeber MBA

Duales Studium vs. Fernstudium: ein vergleichender Leitfaden

Finden Sie Ihren perfekten Studienweg

Die Entscheidung, wie man seine akademische Laufbahn gestalten möchte, ist eine der wichtigsten und oft auch schwierigsten im Leben eines jungen Menschen. Während das traditionelle Studium seit jeher die klassische Wahl war, haben sich in den letzten Jahren zwei weitere Studienmodelle etabliert und an Beliebtheit gewonnen: das duale Studium und das Fernstudium. Doch was macht diese Modelle aus, und welches passt am besten zu Ihren Bedürfnissen und Zielen?

In diesem Leitfaden beleuchten wir die Unterschiede zwischen traditionellem Studium, dualem Studium und Fernstudium. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Modelle und geben Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie die passende Entscheidung für Ihre Zukunft treffen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Studium und einem dualen Studium?

Traditionelles Studium (Universitätsstudium in Präsenz)

Ein traditionelles Studium findet in der Regel vor Ort an einer Universität oder Fachhochschule statt. Es handelt sich um ein Vollzeitstudium, bei dem theoretisches Wissen in Vorlesungen und Seminaren vermittelt wird. Die Praxisphasen sind meist auf Praktika während der Semesterferien beschränkt und liegen in der Verantwortung der Studierenden. Da die Anforderungen des klassischen Studiums, die sich auch auf die Semesterferien erstrecken, wie Haus- und Studienarbeiten, in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ständig zugenommen haben, fällt es vielen Studierenden nicht leicht, in Eigenregie Praxisphasen in ihr Studium zu integrieren. Viele entscheiden sich in Zweifel dafür, ihre Semesterferien auf Seminararbeiten und Ähnliches zu verwenden, da diese Anteil an der Gesamtnote des Studienabschlusses haben. Der Praxistransfer kommt da oftmals zu kurz, wenn das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden soll.

Duales Studium

Das duale Studium kombiniert akademische Ausbildung fest mit Phasen praktischer Arbeitserfahrung. Studierende verbringen abwechselnd Zeit an der Hochschule und im Unternehmen, in dem sie parallel zum Studienabschluss auch noch einen Abschluss im Ausbildungsbereich des Unternehmens erwerben können (ausbildungsintegrierendes Studium). Dieses Modell bietet eine praxisnahe Ausbildung und ermöglicht es den Studierenden, theoretisches Wissen direkt in der Praxis anzuwenden, verlangt den Studierenden aber auch Einiges ab, weil in beinahe der gleichen Studienzeit wie beim traditionellen Studium nicht nur der akademische, sondern auch der berufliche Abschluss erworben werden.

Hauptunterschiede zwischen dualem Studium und traditionellem Studium

Das duale Studium integriert praktische Phasen in den Studienverlauf, während das traditionelle Studium hauptsächlich theoretisch ausgerichtet ist. Beim dualen Studium steht der direkte Praxisbezug im Vordergrund, sodass Studierende wertvolle Berufserfahrungen sammeln können, die sie auf ihre zukünftige Karriere vorbereiten. Im Gegensatz dazu liegt beim traditionellen Studium der Schwerpunkt auf akademischer Theorie und Forschung, was eine tiefere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fachgebiet ermöglicht. Daher ist für Absolventen eines traditionellen Studiums unter anderem auch eine universitäre Laufbahn mit Promotion eine attraktive Karriereoption.

Duale Studierende profitieren von einer Vergütung während des Studiums, was ihnen finanzielle Unabhängigkeit und praktische Lernmöglichkeiten bietet. Diese Kombination aus Theorie und Praxis führt oft zu besseren Berufsaussichten nach dem Abschluss, da die Absolventen bereits relevante Berufserfahrungen vorweisen können und gut auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet sind. Darüber hinaus können sie oft direkt in das Unternehmen einsteigen, mit dem sie während ihres Studiums zusammengearbeitet haben.

Geschichte des dualen Studiums:

Das duale Studium hat seine Wurzeln in Deutschland und reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Es entstand aus der Notwendigkeit, die Kluft zwischen theoretischem Wissen und praktischen Fähigkeiten zu überbrücken, die im traditionellen Studium oft kritisiert wurde. Ursprünglich in Branchen wie Maschinenbau und Betriebswirtschaft eingeführt, hat sich das Modell rasch auf zahlreiche andere Fachbereiche ausgeweitet. Viele große Unternehmen unterhalten Kooperationen mit Hochschulen und bieten spezifische Programme an, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Branche zugeschnitten sind.
Der Erfolg des dualen Studiums hat in den letzten Jahren auch international für Aufmerksamkeit gesorgt. Länder wie Österreich, die Schweiz und einige skandinavische Staaten haben ähnliche Modelle eingeführt oder planen, dies zu tun. Selbst in den USA und Großbritannien gibt es Bestrebungen, duale Elemente in die Hochschulbildung zu integrieren, um die Employability der Absolventen zu erhöhen.

Ein weiterer spannender Aspekt des dualen Studiums ist die Rolle der sogenannten Studienakademien oder Berufsakademien, speziell errichtete Einrichtungen, die sich auf die duale Ausbildung spezialisiert haben. Diese Akademien agieren oft an der Schnittstelle zwischen Hochschule und Unternehmen, koordinieren die verschiedenen Phasen des Studiums und unterstützen die Studierenden bei der Integration von Theorie und Praxis.
Die zunehmende Digitalisierung und der Wandel in der Arbeitswelt stellen das duale Studium vor neue Herausforderungen und Chancen. Moderne Technologien ermöglichen neue Formen des Lernens und Arbeitens, die auch im dualen Studium Anwendung finden. So gibt es mittlerweile auch duale Studiengänge, die E-Learning-Module oder hybride Lernformen nutzen, um den Studierenden mehr Flexibilität und ortsunabhängiges Lernen zu ermöglichen. In Kombination mit den praktischen Erfahrungen im Unternehmen entsteht ein vielseitiges und anpassungsfähiges Ausbildungsmodell, das gut auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet.

Vorteile und Herausforderungen des dualen Studiums:

  • Vorteile:
    • Praxisnahe Ausbildung
    • Finanzielle Unabhängigkeit durch Vergütung
    • Hohe Beschäftigungsrate nach dem Abschluss
  • Herausforderungen:
    • Hohe Belastung durch die Doppelbelastung von Studium und Arbeit
    • Weniger Freizeit und Flexibilität

Welche Arten von dualem Studium gibt es?

Manche Studieninteressierte fragen sich: Ist ein duales Studium ein berufsbegleitendes Studium? Die Antwort darauf lautet ja und nein. Denn ein duales Studium kann ein berufsbegleitendes Studium sein, muss es aber nicht. Es gibt verschiedene Formen des dualen Studiums, darunter:

  • Ausbildungsintegrierend: Kombination aus Studium und Berufsausbildung.
  • Praxisintegrierend: Wechsel zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen.
  • Berufsbegleitend: Studium neben einer bereits bestehenden Berufstätigkeit.

Branchenbeispiele:

  • Maschinenbau: Der Maschinenbau ist ein populäres Fachgebiet im dualen Studium. Studierende profitieren von der Möglichkeit, unmittelbar an realen Projekten in der Fertigung, Konstruktion oder Entwicklung teilzunehmen. Diese praktische Erfahrung bereitet sie optimal auf eine Karriere im Ingenieurwesen vor und eröffnet ihnen eine Vielzahl an beruflichen Perspektiven.
  • Elektrotechnik: In der Elektrotechnik können dual-Studierende praktische Kenntnisse in modernen Technologien wie Automatisierung, Energieversorgung und Nachrichtentechnik sammeln. Durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis entwickeln sie innovative Lösungen und tragen so zur Weiterentwicklung der Branche bei.
  • Betriebswirtschaft: In der Betriebswirtschaft ermöglicht das duale Studium eine praxisnahe Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen Theorien und deren Anwendung in realen Unternehmenskontexten. Studierende wechseln zwischen Vorlesungen an der Hochschule, in denen sie fundiertes Wissen in Bereichen wie Marketing, Finanzwesen, Personalmanagement und Unternehmensführung erwerben, und Praxisphasen im Unternehmen, wo sie dieses Wissen direkt anwenden und vertiefen können.
  • Informatik: Die Informatik ist ein weiteres zukunftsträchtiges Fachgebiet im dualen Studium. Studierende haben die Möglichkeit, modernste Softwareentwicklungs- und IT-Lösungen direkt im Unternehmensalltag umzusetzen. In den Theoriephasen werden tiefgehende Kenntnisse in Programmiersprachen, Datenbanken, Netzwerktechnik und Cyber Security vermittelt. In den Praxisphasen arbeiten die Studierenden an realen Projekten in den Bereichen Softwareentwicklung, Systemadministration oder IT-Consulting.
  • Sozialwesen: Studierende erleben hautnah, wie soziales Engagement in der Praxis umgesetzt wird, sei es in sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden oder Jugendämtern. In den Theoriephasen an der Hochschule erwerben sie fundierte Kenntnisse in Bereichen wie Sozialpädagogik, Psychologie, Recht und Ethik, die sie in den Praxisphasen anwenden und verfeinern können. Diese Ausbildung befähigt sie, innovative und effektive Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und trägt dazu bei, das Leben vieler Menschen positiv zu verändern. Ein duales Studium im Sozialwesen die Chance, einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und in einer erfüllenden Karriere zu wachsen und zu wirken.

Quelle: statista, 2024

Fernstudium als Alternative zum dualen Studium

Was ist ein Fernstudium?

Ein Fernstudium ermöglicht es Studierenden, ortsunabhängig und zeitlich flexibel zu lernen. Je nach Angebot werden Lehrmaterialien postalisch oder online bereitgestellt, und der Kontakt zu Dozenten und Kommilitonen erfolgt über digitale Plattformen. Es gibt Formen des Fernstudiums, bei denen bestimmte Phasen wie Workshops oder Prüfungen in festgelegten Studienzentren zu absolvieren sind, und solche, bei denen alle Inhalte und Angebote komplett virtuell stattfinden (Online-Studium). Fix eingeplante Praxisphasen gibt es meist nicht.

Ist das Fernstudium eine Form des Dualen Studiums?

Nein, ein Fernstudium ist keine Form des dualen Studiums. Studierende können sich in Eigenregie jedoch eine Studienform entwerfen, die einem berufsbegleitenden dualen Studium ähnelt, indem sie in Teilzeit neben einem bestehenden Beruf studieren und den Praxistransfer selbstständig priorisieren. Denn ein Fernstudium kombiniert oft berufsbegleitendes Lernen mit hoher Flexibilität, was es zu einer attraktiven Alternative für viele macht, und es liegt beim Fernstudium bei Ihnen, ob und in welchem Umfang Sie neben dem Studium berufstätig sein möchten.

Bei dualen Studium ist die praktische Anwendung des Gelernten bei Ihrem Praxispartner - also dem Unternehmen, in dem Sie Ihre Praxisperioden leisten - Teil der Studienleistung, auf die Sie sich verpflichten. Entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Praxispartner nicht wie erhofft, kann der Studienerfolg im dualen Studium gefährdet sein, wenn Sie keinen neuen Praxispartner finden. Studieren Sie hingegen neben dem Beruf im Fern- oder Online-Studium, können Sie den Arbeitgeber problemlos wechseln. Ihr neuer Job muss Ihnen lediglich die gleichen Freiräume zum Studieren (zum Beispiel Teilzeit-Regelungen) bieten wie der alte, zumal ein Studium neben dem Beruf nicht unter die Meldepflicht für Nebenbeschäftigungen fällt und sie ihrem Arbeitgeber davon also keine Mitteilung machen müssen, wenn Sie es nicht wollen. Ist ein Fernstudium also ein berufsbegleitendes Studium? Ja, es kann ein nebenberufliches Studium sein.

Vorteile des Fernstudiums gegenüber dem dualen Studium:

  • Flexibilität: Lernen jederzeit und überall möglich.
  • Selbstbestimmung: Studierende können ihr Lerntempo selbst festlegen.
  • Berufliche Vereinbarkeit: Ideal für Berufstätige, die neben dem Job studieren möchten.
traditionelles Studiumduales StudiumFernstudium
Flexibilität--+
Vergütung-+-
Berufsaussichten-++
verfügbare Plätze+-+

Ist ein Fernstudium genauso gut wie ein normales Studium?

Wahrnehmung und Realität

Es gibt oft das Vorurteil gegenüber dem Fernstudium, dass es weniger wert sei als ein traditionelles Studium. Diese Einschätzung scheint jedoch häufig in der Annahme zu gründen, dass Qualität Akte der Sichtbarkeit und Gemeinschaft geknüpft ist. So hat eine Urkunde, die im Rahmen einer Zeremonie vor einem Publikum überreicht wird, für den, der sie erhält, einen anderen Wert, als eine Urkunde, die schmucklos per Post zugestellt wird. Dieser Wert ist jedoch ein subjektiv empfundener.

Und analog mag sich auch ein ein Studium in Präsenz - vis a vis mit einem Professor, in einem richtigen Seminarraum, zu einer festen Zeit, zu der alle Teilnehmenden Woche für Woche zusammentreffen, und mit einer Prüfungsleistung, die alle Teilnehmenden zur gleichen Zeit ablegen - subjektiv hochwertiger anfühlen als ein Fernstudium. Denn im Fernstudium finden all diese Prozesse asynchron statt: Inhalte stehen jederzeit online bereit, jeder Studierende setzt sich zu einer frei gewählten Zeit und in seinem Tempo damit auseinander, tritt bei Bedarf mit Lehrenden und Mitstudierenden in Kontakt und legt Prüfungen ab, wann immer er sie ausreichend vorbereitet hat.

Dieser subjektiv empfundene Wert ist von dem Wert, den die Umwelt und speziell zukünftige Arbeitgeber dem Studium beimessen, jedoch unabhängig. An einem Fernstudium Interessierte brauchen also nicht zu fürchten, potenzielle Arbeitgeber würden bei einem Fernstudienabschluss vermuten, sie hätten gar nicht "richtig" studiert. Tatsächlich zeigt sich sogar ein gegenteiliger Effekt. Fernstudiengänge sind nicht nur ebenso hochwertig und werden ebenso geschätzt wie traditionelle Studiengänge, sondern Absolventen eines Fernstudiengangs sind für Arbeitgeber teils sogar interessanter. Denn sie verfügen aufgrund der Struktur eines Fernstudiums, das den Studierenden erheblich mehr Eigenmotivation, Zeitmanagement und Selbstdisziplin abverlangt, über ein sehr gefragtes Set von Soft Skills.

Faktoren, die die Qualität beeinflussen

Bei allem Wert, den die subjektive Wahrnehmung hat, gibt es zweifellos auch objektive Faktoren, die Sie in Erwägung ziehen sollten, wenn Sie sich ein Bild davon zu machen versuchen, wie hochwertig ein Studium ist. Beachten Sie daher, wenn Sie sich über verschiedene Studienmöglichkeiten informieren, folgende Aspekte besonders:

  • Akkreditierungen und Zertifizierungen
  • Unterstützungsangebote wie Coaching und Mentoring
  • Persönliche Betreuung durch Lehrende und Studiengangsverantwortliche
  • Digitale Lernplattformen und Online-Ressourcen

Wie sehr Sie auf betreuende und unterstützende Angebote wie Coaching zurückgreifen wollen, ist Ihnen selbst überlassen und nicht zuletzt auch eine Typfrage. Manche Studierende profitieren in großem Umfang von solchen Leistungen und nehmen sie gern und wiederholt in Anspruch. Andere empfinden sie als für sich überflüssig und wollen lieber vollständig in Eigenregie studieren. Hier wissen Sie selbst am besten, was zu Ihnen passt. Dass der Studiengang, den Sie für sich ins Auge fassen, allerdings vollständig anerkannt und akkreditiert ist, daran sollte zu keinem Zeitpunkt Zweifel bestehen. Wenn nur mit einem akkreditierten Abschluss können Sie sicher sein, dass Ihre Studienleistung auch hochschul- und länderübergreifend anerkannt wird.

Wert des Fernstudiums in der heutigen Bildungslandschaft:

Ein Fern- oder Online-Studium bietet eine moderne und flexible Alternative zum traditionellen Studium, die den Anforderungen der heutigen Berufswelt gerecht wird. Es überlässt den Praxistransfer mehr der Eigenregie der Studierenden als das in einem dualen Studium der Fall ist, bietet aufgrund seiner Flexibilität aber hervorragende Möglichkeiten, um Studium und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Qualität des Fernstudiums hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, die bei der Wahl eines Programms sorgfältig geprüft werden sollten. Insgesamt bietet das Fernstudium eine wertvolle Möglichkeit für lebenslanges Lernen und persönliche Entwicklung.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Fernstudium eine hervorragende Alternative zum traditionellen und dualen Studium darstellt, die je nach individuellem Fall die beste Wahl sein kann. Es bietet die Flexibilität, die viele Studierende benötigen, um Beruf und Bildung zu vereinbaren, und eröffnet gleichzeitig neue Karrierechancen. Wenn Sie sich fragen, welcher Weg der richtige für Sie ist, empfehlen wir Ihnen, Ihre persönlichen Ziele und Präferenzen zu berücksichtigen. Ein Gespräch mit unserer Studienberatung kann Ihnen ebenfalls helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Sind Sie bereit, Ihr volles Potenzial auszuschöpfen? Buchen Sie noch heute ein unverbindliches Beratungsgespräch mit einem unserer Studienberater und finden Sie heraus, wie wir Sie auf Ihrem Weg unterstützen können.

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