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Fernstudium statt Campusleben: „Während meines Studiums bin ich drei Mal umgezogen“

Potsdam, 29. September 2026 – Reisen. Drei Mal umziehen. Und gleichzeitig einen Bachelor abschließen? Océane Delin hat Nachhaltigkeitsmanagement an der Deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften (DHAW) studiert. Mit ihrem Fernstudium sorgte sie in ihrem Freundes- und Familienkreis für Aufsehen. Ihre Geschichte zeigt, was diese Studienform ermöglicht – und welche Herausforderungen dazugehören.

Warum sich Océane für ein Fernstudium entschied

„Ich spreche hier aus der Perspektive einer 24-Jährigen, die […] aus einem Milieu stammt, in dem ein Studium selbstverständlich ist und in dem der gesamte Freundeskreis an klassischen Präsenzuniversitäten studiert“, erzählt Océane Delin über ihre Gedanken vor dem Fernstudium. Als sie sich für ein Fernstudium entschied, war sie gerade auf Reisen. Ein ortsunabhängiges Fernstudium passte zu ihrer damaligen Lebensphase. Bei ihrer Recherche stieß sie auf die DHAW. Studienangebot und Gebühren überzeugten sie.

Zwischen Umzügen und Studium: Freiheit braucht Struktur

Während ihres Studiums zog Océane dreimal um. Nach dem Wechsel von Irland nach Frankreich kam einiges zusammen: Jobsuche. Behördengänge. Der Aufbau eines neuen sozialen Umfelds. Unterstützung fand sie bei ihrem Study Coach. Als ihr bei weniger interessanten Modulen Konzentration und Motivation schwerfielen, besprach sie im Online-Treffen verschiedene Lerntechniken. Die Pomodoro-Technik nutzt sie bis heute.

Auch die freie Zeiteinteilung half ihr vor allem beim letzten Umzug. Sie konnte das Studium zeitweise zurückstellen und ihre Energie auf die neue Wohnung konzentrieren. Was ihr in dieser Zeit jedoch fehlte, waren Studienkontakte vor Ort.

Diese Erfahrungen nimmt Océane aus dem Fernstudium mit

  • Routine: Océane lernte, ihre produktivsten Zeiten zu nutzen. Für sie funktionierte Lernen morgens am besten.
  • Support: Der Study Coach half ihr dabei, Lerntechniken zu finden, die zu ihrem Alltag passten.
  • Praxisbezug: Mit ihrem Wissen aus dem Wahlmodul „New Work und Personalentwicklung“ konnte sie später in einem Bewerbungsgespräch überzeugen.
  • Eigeninitiative: Soziale Kontakte entstehen im Fernstudium nicht automatisch. Océane empfiehlt, aktiv Study Groups, Summer School, Sportvereine vor Ort oder digitale Community-Angebote wie Gruppenchats zu nutzen.

Vom Lieblingsmodul zur beruflichen Richtung

Für Océane stand bei der Studienwahl eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann sie nicht nur privat, sondern auch beruflich einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten? Ihre Antwort fand sie im Nachhaltigkeitsmanagement:

„Da Unternehmen in unserem aktuellen Wirtschaftssystem über große Macht verfügen, erschien mir Nachhaltigkeitsmanagement als eine der entscheidenden Berufe, um einen Unterschied zu machen.“

Ihr Lieblingsmodul „Ökologische Verantwortung und Leadership“ führte sie später zum Thema ihrer Bachelorarbeit: die Rolle von Tieren in den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Wenige Monate nach ihrem Abschluss startete sie ihren nächsten Karriereschritt: einen dualen Master in Toulouse. Die dazugehörige Stelle wurde ihr nach ihrem zweiten Pflichtpraktikum im Unternehmen angeboten. Ihren Master und ihre Arbeitsstelle bezeichnet sie deshalb als „zwei extrem wichtige Meilensteine meines professionellen Werdeganges, die auf meinem Bachelorstudium basieren“.

Was zählt mehr: klassisches Studentenleben oder Freiheit?

„Ich wurde häufig mit der Haltung konfrontiert, wie schade es doch sei, dass ich nicht am klassischen Studentenleben teilnehme. Mit Vorlesungssälen, WG-Partys und einem festen Campus-Alltag“, sagt Océane Delin rückblickend. Tatsächlich hat ihr der selbstverständliche soziale Rahmen eines Präsenzstudiums gefehlt – gerade nach ihren Umzügen. Ihr Rat an Studieninteressierte lautet deshalb:

„Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, sollte sich von Anfang an bewusst machen, dass man sich das soziale Umfeld (wie eigentlich oft im Leben) aktiv erarbeiten muss. Es lohnt sich, für sich selbst zu definieren, was einem wirklich wichtig ist. Wer bereit ist, das klassische Studentenleben gegen die enorme Flexibilität, die Ortsunabhängigkeit und die Möglichkeit einzutauschen, Studium und Berufserfahrung oder wie in meinem Fall auch Reisen miteinander zu vereinbaren, trifft am Ende eine sehr bewusste Entscheidung.“

Der Tausch „Campus gegen Fernstudium“ ist damit keine Entscheidung für weniger Studium. Es ist eine Entscheidung für eine andere Art zu studieren. Und dafür, den eigenen Weg selbst zu gestalten.

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